Musik

11.01.20 | Gedanken von Christiane Beumer

*Zauber der improvisierten Klangkunst*
/“Seltsam – Live hörte sich das ganz anders an als die Aufzeichnung“/

Von allen Musikstilrichtungen ist die freie improvisierte Klangkunst die Impruchsvollste ans Hinhören.
Denn sie schwebt verwoben in Ort und Zeit, entsteht ungeplant doch erahnt im Hier und Jetzt, schwingt erst durch die Seelen aller, die mit ihr sind und nährt sich vom Zauber der Stimmungen, erstaunt neu mit frischen Ideen.
Die freie improvisierte Klangkunst ist dann am Besten, wenn ALLE ZUHÖREN: Die Musiker hören auf die Klänge um sie herum, und auf die Klänge in ihnen drinnen und fügen Außen und Innen zusammen; die Ohren des Publikums hören und gestalten auf ihre Weise aktiv mit.
Die freie improvisierte Klangkunst ist die überraschendste für alle, niemand weiß, welche Klänge kommen werden, wie sie sich weiter entwickeln, Klangkünstler und Zuhörer erkunden neues Land.
Diesem Prozess im Entstehen zuzuhören, zuzugucken, zuzufühlen, ist ein so unwiederholbar einzigartiges Erlebnis – nicht einzufangen und zu konservieren, zu flüchtig, zu licht, zu magisch, um es zu fesseln und zu bannen.

Welchen Sinn macht es da, Audiodateien als Hörbeispiele zu präsentieren?
Da es doch nie so klang und erst recht niemals so wieder klingen wird?
Da wir doch nichts anderes als die Überraschung erwarten können?